- 1: Studienvorbereitung.
- 2: Bachelorstudiengänge.
- 3: Masterstudiengänge.
- 4: Promotion in den Niederlanden.
- 5: Auslandssemester in den Niederlanden.
- 6: Hochschulen in Holland.
- 7: Studentenstädte in den Niederlanden.
- 8: Erfahrungsberichte.
- 9: Anmeldung & Bewerbung.
- 10: Sprache & Sprachkurse.
- 11: Zugangsvoraussetzungen.
- 12: Finanzielles.
- 13: Mehrwert & Vorteile.
- 14: Studienberatung Niederlande.
- 15: Allgemeines zum Studieren in den Niederlanden.
- 15.1: Parteienlandschaft in den Niederlanden.
- 15.2: Akkreditierung.
- 15.3: Die Unterrichtsinspektion.
- 15.4: NUFFIC Niederlande.
- 15.5: Wohnen in NL.
- 15.6: Anerkennung niederländischer Abschlüsse.
- 15.7: Unterrichtsformen.
- 15.8: Dienst Uitvoering Onderwijs (DUO).
- 15.9: DUO-IB-Groep - Dienst Uitvoering Onderwijs.
- 15.10: Studielink - Hilfe für die Anmeldung.
- 15.11: Studentenleben.
- 15.12: Kulturelle Besonderheiten.
- 15.13: Varianten des Studiums.
- 15.14: Major & Minor.
- 15.15: Praktika Niederlande.
- 15.16: Bedenken.
- 15.17: Nebenjobs in NL.
- 15.18: Versicherungen.
- 15.19: Employability .
- 15.20: Hochschulranking in den Niederlanden (Holland).
- 16: Online Seminar.
Anerkennung von niederländischen Abschlüssen
In diesem Kapitel werden vier Fragen behandelt:
- Was kann man mit niederländischen Hochschulabschlüssen in Deutschland beruflich anfangen?
- Welche Hochschulabschlüsse kann man in den Niederlanden an Fachhochschulen und Universitäten absolvieren?
- Wie lang dauern die Studiengänge?
- Wie kann man durch cleveres studieren seine Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt erhöhen?

- Anerkennung der Abschlüsse - Studieren in Holland
1. Was kann man mit niederländischen
Hochschulabschlüssen in Deutschland beruflich anfangen?
Zu dieser Frage drei Fakten:
erstens: Im Allgemeinen ist ein niederländischer Abschluss auf dem deutschen Markt gleichwertig wie ein deutscher Abschluss. Das liegt daran, dass deutsche und niederländische Studiengänge inhaltlich zumeist ähnlich sind. Dieses haben die deutsche und niederländische Regierung schon 1983 offiziell in einem Abkommen geregelt. Keine Sorge also, nicht umsonst haben letztes Jahr über 16.000 Deutsche im Nachbarland studiert.
zweitens: In einigen Fällen werden niederländische Abschlüsse hierzulande sogar deutschen gegenüber bevorzugt. Dies ist der Fall, wenn die deutsche Ausbildung auf einem niedrigeren Niveau angesiedelt ist als die niederländische, wie z.B. in der Physiotherapie oder Krankenpflege. In den Niederlanden absolviert man hierfür ein vierjähriges Fachhochschulstudium, in Deutschland hingegen nur eine dreijährige Berufsfachschule.
drittens: Es gibt allerdings auch Fälle, bei denen von einem Studium in den Niederlanden abzuraten ist, da man mit deren niederländischen Abschluss nicht in allen Tätigkeitsfeldern in Deutschland arbeiten kann oder darf. Dies gilt für Hochschulabschlüsse für ein Lehramt, sowie für juristisch geprägte Abschlüsse in den Bereichen Rechtswissenschaft, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung.
Ein Lehramtstudium in den Niederlanden sollte man aus folgenden Gründen bedenken: Beim Grundschullehramt befasst man sich mit der niederländischen Sprache statt der deutschen. Außerdem beinhaltet das niederländische Studium lediglich ein Unterrichtsfach, in Deutschland hingegen sieht der Studienplan zwei vor. Studiert man in einem stärker juristisch geprägten Bereich in den Niederlanden, fehlt es einem später in Deutschland an spezifischer, deutscher Rechtskenntnis.
2. Welche Hochschulabschlüsse kann man in den Niederlanden erwerben?
2002 haben die Niederlande entsprechend dem Beschluss der europäischen Wissenschaftsminister von 1999 in Bologna, schnell und flächendeckend ihre bisherigen Diplome durch die aus den USA und England bekannten Abschlüsse „Bachelor“ und „Master“ ersetzt.
Für den deutschen Arbeitsmarkt hat dieser Wechsel von Abschlüssen höchstens eine gewisse psychologische Bedeutung. Bachelor und Master klingen ein bisschen vertrauter als die früheren, für Deutsche manchmal etwas irreführende, Diplomnamen wie Doctorandus und Baccalaureus. An den Studiengängen selbst hat sich aber nicht wirklich etwas geändert.
An Fachhochschulen (niederländisch = Hogescholen), erwirbt man in vier Jahren Regelstudienzeit einen Bachelor- Abschluss mit einer zusätzlichen englischen Bezeichnung, die das engere oder weitere berufliche Fachgebiet angibt. Beispielsweise “Bachelor of Business Administration”, “Bachelor of Engineering”, “Bachelor of Social Work” oder “Bachelor of Physiotherapy”.
Damit dauert ein solches Bachelor- Studium in vielen Fällen ein bis zwei Semester länger als in Deutschland.
Da das Studium insgesamt jedoch fast ein Jahr Praktika beinhaltet, sind diese Semester nicht verloren, sondern haben viel mehr eine positive Bedeutung auf dem Arbeitsmarkt.
Der Bachelor ist der normale Abschluss an einer Fachhochschule, mit dem man zum Beispiel als BetriebswirtIn, IngenieurIn, SozialpädagogIn, Grafik-DesignerIn oder LogopädIn in das Arbeitsleben einsteigt. Fachhochschulen bieten teilweise auch noch auf den Bachelor aufbauende Master-Studiengänge an. Da diese jedoch zumeist sehr teuer sind, sollte man sehr sorgfältig die Kosten und Nutzen abwägen. Viele Fachhochschulen bieten in Zusammenarbeit mit Universitäten sogenannte „Pre-Master-Programme“ an, so dass ein reibungsloser Übergang zur Universität für ein Masterstudium möglich ist. Das Pre-Master-Programm kann dann während des Bachelor-Studiums in der so genannten „Minor – Wahlfachphase“ absolviert werden.
An Universitäten (niederländisch = Universiteiten), kann man wie in Deutschland nach 3 Jahren einen ersten wissenschaftsorientierten Abschluss, den „Bachelor of Arts“ (im Bereich Geisteswissenschaften, Philosophie, Theologie), den „Bachelor of Science“ (im Bereich Mathematik/ Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Medizinische Wissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften) oder den “Bachelor of Laws“ (Rechtswissenschaft) erwerben.
Der niederländische Bachelor-Abschluss unterscheidet sich vom deutschen vor allem dadurch, dass man mit jedem Bachelor-Abschluss das Recht auf ein Weiterstudium, in mindestens einem fachlich entsprechenden Masterstudiengang hat. In Deutschland lautet dagegen die offizielle Doktrin, dass nur eine Minderheit von guten Bachelor-Absolventen direkt weiter studieren darf, während die anderen sich zunächst auf dem Arbeitsmarkt beweisen sollen.
Das bedeutet, dass allein der niederländische, universitäre Bachelor von vornherein die sicherere Option auf den gesamten akademischen Arbeitsmarkt, einschließlich seiner besser bezahlten Master-Jobs, ist.
3. Wie lang dauert das Studium in NL bis zum Masterabschluss als „Master of Arts“, „Master of Science“, „Master of Laws“?
In normalen, geisteswissenschaftlichen, sozialwissenschaftlichen, rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen ein Jahr, also ein Jahr weniger als in Deutschland.
In Mathematik/ Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Klinischer Psychologie wie in Deutschland zwei Jahre, in Medizin, Zahnmedizin und Theologie drei Jahre.
4. Was können Deutsche während eines Studiums in den Niederlanden tun, um ihre Arbeitsmarktchancen in Deutschland zu erhöhen, falls sie nach dem Studium in unser Land zurückkehren wollen?
- Sie können die Praktika in ihrem Studium zum Teil in Deutschland absolvieren.
- Sie können je nach Studienfach ihre Bachelor- und/oder Master-Arbeit in einem deutschen Unternehmen schreiben.
- Sie sollten darauf achten, dass sie im Studium nicht ihr korrektes Deutsch verlernen.
- Sie sollten darauf achten, dass sie nach dem Studium perfekt Niederländisch sprechen und schreiben können, damit sie für deutsche Firmen mit Geschäftsbeziehungen in die Niederlande attraktiv sind.



























