Wie kann ich mein Studium in Holland finanzieren?
Informationen und Tipps von den Studienscouts
Hat man sich endlich für einen Studiengang und eine Hochschule entschieden, ist meist die Frage nicht weit, wie das zukünftige Studium finanziert werden soll. Als deutscher Student in den Niederlanden bieten sich dir in diesem Bereich gleich mehrere Möglichkeiten. Der Vorteil dabei ist, dass du sowohl von der deutschen als auch von der niederländischen Seite Förderung erhalten kannst. Hier wollen wir dir einen kurzen Überblick über die verschiedenen Optionen geben.
Da du in den Niederlanden ein Auslandsstudium absolvierst, kommst du unter Umständen für das deutsche Auslands-BAföG in Frage. Stellst du beim zuständigen BAföG-Amt für die Niederlande in Köln einen Antrag, werden unter anderem das Einkommen deiner Eltern, dein Erspartes und die Frage, ob du noch bei deinen Eltern wohnst oder nicht, berücksichtigt. Den Antrag solltest du in jedem Fall so früh wie möglich stellen, da die Bearbeitung oftmals mehrere Monate dauert.
Falls das BAföG-Amt feststellt, dass du einen Anspruch auf Förderung hast, werden im ersten Jahr die Studiengebühren übernommen und eventuelle Fahrtkosten bezuschusst. Dein monatlicher Förderbeitrag wird auf Basis der oben genannten Kriterien berechnet und kann bis zu 670 Euro im Monat betragen. Nach Abschluss deines Studiums musst du die Hälfte des an dich ausgezahlten Auslands-BAföGs zurückzahlen, bis zu einer maximalen Höhe von 10.000 Euro. Weitere Infos findest du hier.
Für jeden deutschen Studenten in den Niederlanden grundsätzlich verfügbar ist der Collegegeldkrediet, durch den du dir die Studiengebühren finanzieren kannst. Da diese in monatlichen Raten zahlbar sind, wird auch der Collegeldkrediet in Ratenform einmal im Monat überwiesen. So kannst du deine Studiengebühren von 1771 Euro (Stand Studienjahr 2012/2013) voll abdecken. Nach dem Studium zahlst du den Kredit zu einem kleinen Zinssatz ebenfalls in Raten zurück. Die Details zum Collegeldkrediet haben wir hier aufgeführt.
Das niederländische Pendant zum BAföG ist die Studiefinanciering (Niederländische Studienfinanzierung), die in der Regel jeder niederländische Student erhält. Auch Deutsche können sich für diese Art der Förderung qualifizieren. Voraussetzung dafür ist ein Lebensalter unter 30 sowie ein niederländischer Arbeitsvertrag, der die Arbeitszeit mit mindestens 32 Stunden monatlich angibt. Willst du die Förderung mit dem deutschen Auslands-BAföG kombinieren, werden deine Bezüge der Studiefinanciering auf das BAföG angerechnet.
Die Studiefinanciering setzt sich zusammen aus einem Basisbetrag, einem aufstockenden Betrag, der vom Gehalt der Eltern abhängig ist, und einem Darlehen. Der Basisbetrag liegt derzeit bei monatlich 266,23 Euro für Studenten, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen. Grenzpendler, die ihren Wohnsitz im Haus oder in der Wohnung ihrer Eltern haben, erhalten 95,61 Euro pro Monat. Auf Basis des elterlichen Einkommens wird der elternabhängige Teil berechnet, der zusätzlich bis zu 242,76 Euro einbringen kann. Vorausgesetzt, du schließt dein Studium innerhalb von zehn Jahren erfolgreich ab, bekommst du sowohl den Basis- als auch den elternabhängigen Teil geschenkt. Zusätzlich zur finanziellen Förderung erhältst du im Rahmen der Studiefinanciering auch eine so genannte OV Kaart, mit der du dir aussuchen kannst, ob du an Werktagen oder am Wochenende kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel im ganzen Land nutzen möchtest.
Solltest du neben deinem Lohn und den beiden oben genannten Teilen der Studiefinanciering weitere finanzielle Mittel benötigen, kannst du außerdem ein Darlehen von bis zu 285,70 Euro in Anspruch nehmen. Somit beträgt der Höchstbetrag für die Studiefinanciering insgesamt 794,69 Euro, wovon du nach erfolgreichem Studienabschluss innerhalb von zehn Jahren nur das Darlehen zu einem geringen Zinssatz in Raten zurückzahlst. Auf unserer Studienscout-Seite findest du eine Übersicht zum Thema Studiefinanciering.
Bitte beachte, dass du dich in den Niederlanden auf jeden Fall krankenversichern musst, wenn du dort arbeitest. Als Geringverdiener kannst du allerdings einen Antrag auf Zuschüsse zu den Krankenversicherungsbeiträgen - den so genannten Zorgtoeslag –beantragen. Weitere Infos zu Krankenversicherung und einem möglichen Zuschuss gibt es hier.
Zuschüsse gibt es unter Umständen auch für die Wohnkosten durch den Huurtoeslag. Für die Förderung müssen du selbst und deine Unterkunft allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen. In WGs wird es meistens so gehandhabt, dass der älteste Mitbewohner den Huurtoeslag beantragt und mit dem ausgezahlten Betrag die anteilige Miete für alle reduziert wird.
Neben der Bundesrepublik und den Niederlanden fördern auch zahlreiche Organisationen und Stiftungen Studenten. Diese Stipendien werden nicht zwangsläufig nur an die Studierenden mit den besten Noten vergeben, auch beispielsweise soziales oder politisches Engagement spielen oftmals eine Rolle. Über Stipendienmöglichkeiten kannst du dich unter anderem bei Kirchen, Parteien und natürlich auch online, zum Beispiel auf Studienscout-NL.de, informieren.
Eine weitere Alternative sind Bildungskredite, die du mittlerweile von vielen Anbietern in Anspruch nehmen kannst. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf den Zinssatz und die Konditionen, die stark variieren können. Wir haben eine kleine Linkliste zusammengestellt, die dir bei der Suche helfen kann.

























